Jan Kress  Anne Zander  Eyk Kauly  Athina Lange

Lea Beie  Godje Hansen  Barbara Schmidt  

Nils Malten  Andreas Mayer

Regie/Fassung

JEFFREY DÖRING


Regieassistenz

CONSTANZE NEGWER


Bühne

LINDA SOLLACHER


Kostüm

LYDIA HULLER


Maske

MARIOLA DOMURAT

Schneider

PATI'S GOLDNADEL


Sounddesign

FELIX NAGL


Kostümverwaltung

AGNES GREGOR-PETERSEN


Bühnentechnik

JOHANNES KRUSE
ELIAS LÖRLER

 

Lichttechnik

DENNIS KOPP

Tournee-Assistenz

ZARA POLAT


Gebärdensprachdozenten

STEFAN GOLDSCHMIDT

MATHIAS SCHÄFER


Projektleitung

CAROLINE DE LA TROBE


Finanzen/Controlling

BENJAMIN BUSCH


Medien/Presse

MATHIAS POINTNER

Eine Bühne. Ein Publikum. Zwei Sprachen.

Das Leben ist ein Trauerspiel – zumindest für die Besucher*innen einer mysteriösen Wahrsagerin in einem namenlosen, russischen Städtchen. Hunger und Krankheit, aber noch schlimmer Trübsinn und Einsamkeit greifen um 

sich und verdüstern die Gedanken der Leute. Doch steckt in jeder Tragödie auch ein Lustspiel, sowie in jeder Komödie die Tragik liegt, und so macht es sich ein reicher Lebemann zur Aufgabe die Gemüter dieser Personen aufzuhellen. Doch wie erwärmt man das kalte Herz eines Menschen? Mit der Kraft der Maskerade, mit dem Zauber des Theaters! Flugs beschafft sich besagter Wohltäter drei weitere, äußerst erfolglose Schauspieler*innen und zieht mit ihnen verdeckt in ein russisches Wirtshaus, wo sich all die traurigen Gäste der Wahrsagerin bereits einquartiert haben. Dort beginnt nun ein buntes Verwirrspiel der Gefühle. Die junge Tänzerin gibt sich als Hausmädchen aus und verführt den selbstmörderischen Studenten. Ihr Ehemann, der Schauspieler, mimt den beflissenen Angestellten und flirtet mit der blässlich kranken Stenotypistin, während die Komikerin ununterbrochen Wodka trinkt und nebenbei der verbitterten Oberlehrerin ein Be-ruhigungsmittel nach dem nächsten verabreicht.

Herzen werden entflammt, Paare verlieren und finden sich und über all dem wacht mit einem milden Lächeln der ominöse Wohltäter.

Finden die Paare die wahre Liebe und das Glück? Enttarnen die Pensionsgäste die maskierten Schau-spieler*innen? Und wo steckt eigentlich dieser Ehebrecher, den scheinbar alle suchen?

Die Hauptsache ist eine bunte Komödie aus der Feder des 1953 verstorbenen, russischen Theatermachers Nikolai Evreinov. Das Deutsche Gehörlosentheater unter der künstlerischen Leitung von Jeffrey Döring schreibt diese heitere Maskerade um und kreiert einen Abend über Liebe, Verstellung und die Kunst, sich trotz sprachlicher Hürden zu verständigen.

INHALTSANGABE

Eine Show für Gehörlose und Hörende

Mit Die Hauptsache begibt sich das Deutsche Gehörlosentheater in bisher unbekannte Gefilde. Erstmals stehen nicht nur gehörlose Darsteller*innen auf der Bühne, sondern auch hörende Akteur*innen. Während die Gehörlosen in Deutscher Gebärdensprache auf der Bühne kommunizieren, nutzen die Hörenden die Deutsche Lautsprache. Die Kluft zwischen den Sprachen, das Miss- und Nichtverstehen wird somit zum zentralen Dreh- und Angelpunkt der Inszenierung.

Das Publikum taucht unmittelbar in diesen Strudel sprachlicher Verwirrungen ein, finden doch einige Dialoge in Gebärden- und Lautsprache gleichzeitig statt. Was hat mein Gegenüber gerade gebärdet? Was soll mir diese Geste des Hörenden sagen? Wie kann diese Kluft zwischen gehörlosen und hörenden Figuren überbrückt werden?

Während zu Beginn die Figuren einander permanent missverstehen und dadurch in allzu komische Situationen gleiten, soll im zunehmenden Verlauf des Stückes die sprachliche Kommunikation der Figuren in den Hintergrund treten. Stattdessen kommunizieren die gehörlosen wie hörenden Akteur*innen durch Mittel der Maskerade, des gemeinsamen Spiels und des theatralen Bildes. Wie könnte wohl eine Gesellschaft aussehen, in der es unerheblich ist, ob man gehörlos ist oder hörend? Wie viel vermögen wir durch einen Blick, durch eine Berührung, durch ein Lächeln zu sagen? Wie sähe eine Sprache des Herzens aus, anstelle der Sprachen der Hände und des Mundes?

 
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