Goldene Krone

Bericht aus Leipzig.

Am Samstag, 4. November 2011, fand in Leipzig das Kulturfestival der gehörlosen Künstler in Deutschland statt. Es ist ja leider noch immer so, dass die Kunst und die künstlerischen Bestrebungen der gehörlosen Mitbürger leider ein Schattendasein feiern und von der hörenden Gesellschaft nicht oder kaum wahrgenommen werden. Das ist sehr schade, denn gerade auf dem Gebiet der Theaterkunst wird von gehörlosen Künstlern Hervorragendes geleistet. Aber auch auf dem Gebiet der Magie und der Poesie geschieht Großartiges, das den Vergleich und die Konkurrenz mit den Künstlern der hörenden Welt nicht scheuen muss.

 

Umso wichtiger ist es deshalb, dass mit dem Kunstfestival, das alle 4 Jahre in Deutschlands veranstaltet wird, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf diese Facette des Kulturlebens in Deutschland gelenkt wird.

 

Für die gehörlosen Künstler der verschiedenen Bereiche Theater, Poesie, Pressearbeit und Magie wird bei diesem Anlass die Auszeichnung „Goldene Krone“ überreicht. Des Weiteren wird für besondere ehrenamtliche Tätigkeiten die Samuel Heinicke Medaille verliehen.

 

Dieses Jahr wurde dem Deutschen Gehörlosen Theater (DGT) der Preis „Goldene Krone“ zuerkannt. Damit wurde das Verdienst des DGT-Teams geehrt, das DGT wieder aus seinem Dornröschenschlaf erweckt zu haben. Nach mehreren Jahren des Schweigens konnte das DGT unter der organisatorischen Leitung von Frau Gertraud Sailer und unter der Regie von Frau Elisabeth Pinilla Isabela mit den Stücken „George Dandin oder der geprellte Ehemann“ von Moliere, „Elektra“ von Sophokles, „Moral“ von Ludwig Thoma, „Beatrix von der Hohen Wacht“ von Herbert Rosendorfer und vor allem mit der „Bluthochzeit“ von Garcia Lorca ein eindrucksvolles und grandioses „Come back“ feiern. Mit diesen Inszenierungen konnte das DGT bundesweit und auch in der hörenden Welt beachtliche Aufmerksamkeit erzielen.

 

Mit Recht konnten die beiden genannten Damen den Ehrenpreis „Goldene Krone“ für ihren Einsatz und für ihre Leistung entgegennehmen. Man kann sich ja als Außenstehender kaum vorstellen, wie viel Einsatz und wie viel Mühe hinter den Kulissen erforderlich ist, um den gehörlosen Schauspielern, die ja aus dem ganzen Bundesgebiet zu den Proben und den Aufführungen in den verschiedenen Städten zusammengeholt werden müssen, die Möglichkeit zu schaffen, ihr Können und ihre Kunst zu zeigen. Die äußerst schwierige Beschaffung der dafür nötigen Geldmittel, z.B. über öffentliche Fördermittel, war dabei eine der schwierigsten Aufgaben für Frau Gertraud Sailer. Die offizielle Anerkennung dieser erfolgreichen Bemühungen war für Frau Sailer und Frau Pinilla Isabela eine große Freude, aber auch eine große Überraschung.


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